Tag 96 auf der Yolo - Batteriealarm, Waschtag und neue Funktechnik
Tag 96 auf der 👉 YOLO – Batteriealarm, Waschtag und neue Funktechnik
Unser Tag begann bereits um 5:30 Uhr mit einem Batteriealarm. Später folgten eine Angelschnur in der Ankerkette, drei Säcke Wäsche, ein Bakterienexperiment, das Röbeler Seefest und endlich das Paket von Compass24. Ein langer Tag – aber am Ende waren Batterien, Wäsche und Funkgerät wieder ordentlich konfiguriert.
⚓ Key Facts
⚓ Tag 96: Ankerbucht Röbel – Seglerhafen Röbel
⚓ Tage: 96 / 180
⚓ Törn bisher: 52 Ziele 🛥️
⚓ Kilometer gesamt: 767 km 🌊
⚓ Fahrzeit gesamt: 107 Std. 40 Min. ⏱️
⚓ Schleusen gesamt: 29 ⚓
⚓ Brücken gesamt: 2 🌉
⚓ Hafentage bisher: 26 🏡⚓ (27,1 % der Reisetage)
⚓ Besonderheiten: Batteriealarm bei 30 % SOC, letzte Vollladung vor 14 Tagen, Angelschnur und Blinker an der Ankerkette, Entsorgung, Bakterienexperiment, drei Säcke Wäsche, 69. Röbeler Seefest, Paket von Compass24, neue Fenderleinen und neues UKW-Handfunkgerät.
Der Weckruf aus dem Maschinenraum
Um 5:30 Uhr weckte mich Birgit. Im ersten Moment wusste ich gar nicht, warum – dann hörte ich ihn ebenfalls: Alarm.
Unser Victron-Batteriemanagement meldete einen SOC unter 30 Prozent. SOC bedeutet „State of Charge“, also den aktuellen Ladezustand unserer Batterien.
Bei unseren Victron-LiFePO₄-Batterien war das noch kein Grund zur Panik. Sie können deutlich tiefer entladen werden. Der Alarm war eher ein sehr hartnäckiger Hinweis darauf, dass unser Bordstromvorrat langsam zur Neige ging.
Am Shunt änderte ich deshalb die Alarmschwellen von bisher 30 beziehungsweise 35 Prozent auf die Werte aus dem folgenden Bild.
Der Alarm kommt nämlich so lange wieder, bis der eingestellte Freigabewert erreicht ist.
Nur zum Aufladen der Batterien wollten wir unsere Maschine nicht starten. Da wir nun sowieso wach waren, begann der Tag eben etwas früher.
Übrigens kochen wir unseren Kaffee mit Gas. Damit bleibt der Strom am Morgen dort, wo er hingehört: in den Batterien.
Die letzte vollständige Ladung unserer Batterien war heute genau 14 Tage her.
Da kann man wirklich nicht meckern.
Anker auf – mit unerwartetem Fang
Gegen 9:00 Uhr nahm Birgit die Ankerfernbedienung und ging nach vorn zum Bug. Sie holte den Anker ein, während ich die Kette mit dem Wasserschlauch vom Schlamm befreite.
Dabei entdeckten wir eine Angelschnur, die sich fest in der Kette verfangen hatte. Mit einer Schere mussten wir sie Stück für Stück herausschneiden.
Am Ende blieb sogar noch ein Blinker übrig.
Wir besitzen jetzt also Angelzubehör, obwohl wir gar nicht angeln waren. Manchmal bringt die Müritz ihre eigenen Souvenirs mit.
Entsorgen, Wasser bunkern und Landstrom
Im Seglerhafen steuerten wir zunächst die Entsorgungsstation an und entleerten unseren Fäkalientank. Ich wollte schließlich meine neuen Bakterien unter möglichst guten Bedingungen ausprobieren.
Danach verlegten wir uns an den Außensteg. Dort bunkerten wir Frischwasser und schlossen die YOLO an den Landstrom an.
Nach zwei Wochen ohne vollständige Ladung durften unsere Batterien nun wieder ordentlich Energie aufnehmen.
Ganz ruhig liegt man am Außensteg allerdings nicht. Die Boote zum und vom Stadthafen fahren direkt an uns vorbei. Dafür gibt es hier Strom, Wasser und eine Waschmaschine – und manchmal muss man eben entscheiden, ob man lieber ruhig liegt oder saubere Unterwäsche hat.
Drei Wäschesäcke und ein ordentliches Frühstück
Birgit machte sich mit drei großen Wäschesäcken auf den Weg zur Waschmaschine.
Anschließend bereitete sie uns ein schönes Frühstück mit Rührei, Tomaten und Gurken zu. Nach diesem frühen Start war das auch dringend nötig.
Mein erstes Bakterienexperiment
Danach widmete ich mich meinen kleinen neuen Mitarbeitern für den Fäkalientank.
Ich nahm einen Liter Wasser aus dem See, gab 22 Gramm Bakterienpulver hinzu und schüttelte die Mischung gründlich durch.
Anschließend ließ ich sie etwa 45 Minuten stehen und bewegte die Flasche immer wieder.
Danach spülte ich die Mischung über unsere Bordtoilette in den frisch entleerten Tank.
Ich kann euch sagen: Inzwischen habe ich eine richtige Empathie zu meinen Bakterien entwickelt. Ich hoffe, sie fühlen sich im Tank wohl und nehmen ihre Arbeit gewissenhaft auf.
Über das Ergebnis werde ich natürlich weiter berichten. Schließlich möchte ich wissen, ob meine neue biologische Mannschaft hält, was ich mir von ihr verspreche.
🦠 👉 Hier klicken: Experiment an Bord – unsere neue Bakterienmannschaft
Nach der Entleerung des Fäkalientanks haben wir erstmals unsere neue Bakterienmischung eingesetzt.
Dafür wurden 22 Gramm Pulver mit einem Liter Seewasser vermischt und etwa 45 Minuten aktiviert. Anschließend kam die Mischung über die Toilette in den Tank.
Die Idee dahinter: Die enthaltenen Mikroorganismen sollen organische Bestandteile abbauen und dadurch die Geruchsbildung im Tank verringern.
Nun beginnt der Praxistest. Entscheidend ist nicht nur, wie sich der Tank nach einigen Stunden verhält, sondern auch nach mehreren Tagen und nach erneuter Befüllung.
Wir berichten weiter – schließlich sollen auch Bakterien erst einmal beweisen, dass sie an Bord seemännisch zuverlässig arbeiten.
Auf zum 69. Röbeler Seefest
Danach nahmen wir unsere Rucksäcke und liefen nach Röbel.
Da wir auf dem Weg ohnehin an der Waschmaschine vorbeikamen, räumte Birgit die fertige Wäsche in den Trockner und startete gleich die nächste Maschine.
Dann aber los.
In Röbel war das 69. Seefest in vollem Gange. Überall standen Verkaufsbuden, Musik war zu hören und die Stadt war voller fröhlicher Menschen.
Wir schlenderten an den Ständen vorbei und ließen uns einfach treiben.
Ein Eis beim Frostwerk
Sören, der Eismeister von Röbel, hatte vor seinem Eisproduktionsbetrieb Frostwerk einen Eisstand aufgebaut.
Wir unterhielten uns kurz mit ihm, mussten ihm aber zunächst ein wenig auf die Sprünge helfen, wer wir waren. Erst nachdem wir Martina und Robert erwähnten, fiel der Groschen.
Mit einem Eis in der Hand ging es anschließend über den Rummel weiter zum EDEKA. Dort kauften wir noch ein paar Dinge für die Bordküche ein.
Compass24 hat tatsächlich geliefert
Danach ging es zur Packstation.
Compass24 hatte geliefert – nach einer Woche.
Wir schleppten unsere Einkäufe und das Paket zurück in Richtung Boot. Das war nicht gerade leicht, kann ich euch sagen.
Da der Stadthafen voll ist wird hier am Ufer geparkt.
Bis zum Regattahaus schafften wir es gerade noch. Dort nahmen wir eine kleine Vorspeise und ein alkoholfreies Bier zu uns.
Zeit hatten wir ohnehin, denn die Waschmaschine war noch nicht fertig.
Anschließend kümmerte sich Birgit um die nächste Ladung Wäsche, während ich unsere gesamte Beute zur YOLO schleppte.
Neue Leinen und ein neues Funkgerät
Im Paket befanden sich neue Fenderleinen und ein UKW-Handfunkgerät.
Natürlich musste ich das Funkgerät sofort auspacken, ausprobieren und einstellen.
Jetzt kann ich gleichzeitig Kanal 10 und Kanal 72 sowie die Nautische Nachrichten überwachen. Das ist eine richtig praktische Sache, besonders wenn man neben dem allgemeinen Verkehrskanal noch den internen Bord- oder Arbeitsfunk mithören möchte.
Die Empfehlung kam von und meinem Bruder Detlef, der sich nach seinem Unfall momentan in der Kur befindet.
Danke für den Tipp, Detlef!
👉 YOLO-Style eben
Früh vom Batteriealarm geweckt, eine Angelschnur aus der Ankerkette geschnitten, kostenlos einen Blinker bekommen, drei Säcke Wäsche bewegt, Bakterien aktiviert, Eis gegessen, ein Paket geschleppt und ein Funkgerät eingerichtet.
Andere nennen so etwas Alltag.
Wir nennen es einen ganz normalen Tag auf der YOLO.
Ausblick
Morgen wartet noch eine weitere Waschmaschinenladung auf uns. Danach sind nicht nur die Batterien voll, sondern vermutlich auch sämtliche Schränke wieder mit sauberer Wäsche gefüllt.
Was wir anschließend machen?
Keine Ahnung.
Und genau das ist manchmal das Schönste am Leben auf dem Wasser.
Poetische Fußnote
Zwei Wochen hielt der Bordstrom stand,
nun lädt die YOLO wieder an Land.
Die Wäsche dreht, das Funkgerät spricht,
und kleine Bakterien tun ihre Pflicht.
Was morgen kommt, weiß keiner genau –
doch dafür fährt man mit der YOLO. ⚓
😉 Mit einem Augenzwinkern zur 👉 SILENCIO – merci an unsere Nachbarn auf dem Wasser.*
Bleibt weiterhin neugierig und gespannt!
Man lebt nur einmal – 👉 YOLO! 😎⚓
👉 Footprints unserer Saison 2026 👉 Footprints 2026
🧒👧 👉 YOLO-Geschichten für Lotta & Ida
*
Die Idee einer poetischen Fußnote am Ende unserer Tagesberichte wurde durch den Blog der
👉
SILENCIO
inspiriert. Dafür sagen wir herzlich Danke.











Moin rüber nach Röbel 😀
AntwortenLöschenDa hattet Ihr ja ordentlich Programm. Und 2 Wochen ohne externen Strom zu bunkern, klasse! Auf das Ergebnis des neuen Bakterien-Tests bin ich sehr neugierig. Aktuell müssen wir am Steg immer zusehen, dass Windrichtung und Abwesenheit der Stegnachbarn das Drücken der Bordtoilette zulassen. Werde heute mal den Geruchsfilter nochmals erneuern. Das bringt allerdings im Hochsommer meist nur ein wenig Verbesserung. Wünsche Euch einen schönen Sonntag in Röbel. ❤️liche Grüße von der Silencio
Christian, ich habe festgestellt das die Belüftung eine große Rolle spielt. Die Bakterien benötigen die, um sich zu vermehren. Ich denke sogar daran so eine Pumpe wie im Aquarium am Tank einzubauen. Ist nur so ein Gedanke. Verstopfte oder alte A-Kole Filter sind nicht so gut.
LöschenChristian, ich habe festgestellt das die Belüftung eine große Rolle spielt. Die Bakterien benötigen die, um sich zu vermehren. Ich denke sogar daran so eine Pumpe wie im Aquarium am Tank einzubauen. Ist nur so ein Gedanke. Verstopfte oder alte A-Kole Filter sind nicht so gut.
Löschen