Tag 53 auf der YOLO Plau ade, Malchow voraus und Pulpo aus heimischen Gewässern
🏘️ Plau ade, Malchow voraus und Pulpo aus heimischen Gewässern
Von der frühen Blog-Baustelle über ein sonniges Frühstück in Plau am See bis zur Weiterfahrt nach Malchow. Ein Tag mit Fliegergeschichten, Brückenmanöver, DDR-Museum und einem Ankerplatz für die Nacht.
Key Facts
⚓ Tag 54: Plau am See → Malchow
⚓ Tage: 54 / 180
⚓ Törn bisher: 35 Ziele 🛥️
⚓ Kilometer gesamt: 554 km 🌊
⚓ Fahrzeit gesamt: 77 Std. 35 Min. ⏱️
⚓ Schleusen gesamt: 21 ⚓
⚓ Brücken gesamt: 2 🌉
⚓ Hafentage bisher: 9 🏡⚓
⚓ Besonderheiten: Fliegergeschichten aus DDR-Zeiten, Weiterfahrt nach Malchow, Brückendurchfahrt, DDR-Museum und Ankern am Wasserwanderrastplatz
Hier ein Film von gestern Abend. Segler fahren zum Training hinaus auf den Plauer See. Angebunden an die Schleppleine beim Trainer am Motorboot.
Genau dafür wird der Stopper-Steg benötigt.
Um 7:30 Uhr raus aus der Koje.
Die Sonne scheint und im Salon der YOLO sind es schon angenehme 19 Grad.
Also Kaffee mit der Bialetti kochen und raus aufs Deck.
Die YOLO entfeuchten.
Die frische Morgenluft tut richtig gut.
Der Nachbar hinter uns ist gerade auf dem Weg zum Brötchenholen und kommt ins Gespräch.
Er fährt heute zur Flugshow beim Tag der Bundeswehr in Rostock-Laage.
Ich überlege noch, wie er wohl mit dem Boot über die Elde dorthin kommen möchte, da erzählt er schon weiter.
Früher war er Pilot bei der Armee und ist MiG-17 und Su-22 geflogen.
Kaum war der erste Satz ausgesprochen, folgte schon der nächste.
Die seien im Luftkampf besser gewesen als alles andere.
Und überhaupt.
In der heutigen Zeit habe er niemanden mehr, zu dem er aufschauen könne.
Gott gab es damals ja auch nicht zum aufzuschauen, denke ich mir still.
Nach über vierzig Jahren sitzt das alte Weltbild offenbar immer noch fest.
Aber eines merkt man sofort:
Die Begeisterung fürs Fliegen ist bei ihm echt.
Inzwischen kommt auch Birgit hoch.
Nach dem ersten Kaffee läuft sie zum Bäcker und bringt Brötchen mit.
Für sechs Brötchen und zwei Croissants zahlt sie stolze 9,10 Euro.
Gemeinsam frühstücken wir im schönsten Sonnenschein.
Ich probiere die selbstgemachte Rhabarbermarmelade vom Steg 4.
Auf Quark mit Croissant.
Einfach köstlich.
Gegen 9:30 Uhr kommt der Hafenmeister vorbei.
Wir erzählen ihm, dass die Wasserstation B nicht funktioniert und uns einen Euro gefressen hat.
Er dreht sofort um.
Wir sagen noch:
„Passt schon.“
Aber nein.
Er läuft los, holt den Schlüssel und bringt uns tatsächlich den Euro zurück.
Das ist mal Service. 😄
Um 10:00 Uhr heißt es Leinen los.
Na ja, fast.
Die Vorspring bleibt zunächst dran.
In die dampfe ich ein, damit das Heck frei kommt.
Dann wirklich Leinen los.
Rückwärts vom Steg.
Die YOLO dreht sauber über Heck Backbord heraus.
Ruder hart Steuerbord.
Ein kleiner Vorwärtsstoß.
Und der Bug zeigt genau in Richtung Leuchtturm.
Bye bye, Plau am See.

Du bist eine bezaubernde Stadt.
Alte Häuser.
Schöne Straßen.
Die Hubbrücke.
Die kleinen Geschäfte.
Und überall dieses entspannte Leben am Wasser.
Wir kommen wieder.
Wenn wir Richtung Schwerin unterwegs sind.
Dann werde ich aber hinter der Drehbrücke und noch vor der Schleuse übernachten.
Ein Tipp von der SILENCIO. Dort soll es deutlich ruhiger sein.
Schöne Bootshäuser am Petersdorfer See
Um 11:50 Uhr erreichen wir Malchow und warten vor der Brücke.
Es haben sich einige Boote angesammelt.
Die meisten davon Charterboote.
Das Boot direkt vor uns nimmt vor der Brücke Gas raus.
Kurz hinter der Brücke geht das Heck bedenklich nach Backbord Richtung Brückenbegrenzung.
Das war knapp.
Gerade noch einmal gut gegangen.
Wir biegen nach Steuerbord ab.
Vor dem Wasserwanderrastplatz Malchow wollen wir ankern.
Der erste Versuch?
Eine komplette Niete.
Der Anker hält nicht.
Also weiter rausfahren und neu ansetzen.
Beim zweiten Versuch gräbt er sich beim Eindampfen sauber ein.
Passt.
Wir machen den Sonnenschutz klar.
Die RubberYolo wird startklar gemacht.
Den Ankerball setze ich nebenbei ebenfalls.
Jetzt geht es ans Ufer.
Dort, wo wir eigentlich anlanden wollten, können wir leider nicht festmachen.
Also zurück zum Wasserwanderrastplatz.
Im Innenbereich finden wir einen Platz.
Der Hafenmeister kommt sofort vorbei und möchte 3 Euro.
Wir geben ihm 5 Euro.
Jetzt geht es los zum DDR-Museum.
Naja.
Eher eine Ostalgie-Ausstellung.
Systemkritische Beiträge findet man dort nur wenige.
Oder fast keine.
Eben Ostalgie.
⚓ Bildung in der DDR (Hier klicken zum Lesen)
Bildung
„Lernen, lernen, nochmals lernen“ – so hatte Lenin einst die Pflichten der jungen Generation formuliert. Und so zitierten ihn die Pädagogen Margot Honeckers bis zum Überdruss. Die Politik duldete keine weiteren – etwa christliche – Lehr- und Lerninhalte.
Bildung und Erziehung standen vom Sandkasten in der Kinderkrippe über den polytechnischen Unterricht bis zum Studium und zur Lehre unter dem roten Stern. Dem Anspruch folgend, „allseitig gebildete Persönlichkeiten“ heranzuziehen, bestimmte der Staat auch das Leben der Kinder und Jugendlichen nach Schulschluss.
Einheitliches sozialistisches Bildungssystem
Die Macht des staatlichen Bildungsmonopols setzte früh ein. Schon die Kleinsten nahmen am „einheitlichen sozialistischen Bildungssystem“ teil. Erziehungsprogramme gab es bereits in den Kinderkrippen für Kinder bis drei Jahre. Nahtlos setzte sich das im Kindergarten fort und wurde durch die Polytechnische Oberschule (POS), die Erweiterte Oberschule (EOS) oder die Berufsschule ergänzt.
Über den eigenen Bildungsweg zu entscheiden, war dabei nur eingeschränkt möglich. Wer zu Abitur oder Studium zugelassen wurde, entschied letztlich die „Arbeiter- und Bauernmacht“. Dabei spielten häufig politische Aspekte eine größere Rolle als Leistungen.
Gleiche Bildung für alle: Einheitsschule
Jedes Jahr Ende August setzte DDR-weit der Sturm auf den Schreibwarenhandel ein. Am 1. September begann das neue Schuljahr. Doch einheitlich war nicht nur der Start, sondern auch die inhaltliche Ausrichtung des Schulbetriebs.
Die Schulbücher aus dem Verlag Volk und Wissen sahen in Stralsund genauso aus wie in Oberwiesenthal. Unterschiede waren unerwünscht. Ebenso Individualität und kritischer Geist.
Das „einheitliche sozialistische Bildungssystem“ sollte die kommunistische Erziehung der jungen Bürger gewährleisten. Kernstück war die sogenannte polytechnische Bildung. Theorie und Praxis sollten miteinander verbunden werden.
Praktisch zeigte sich das im „Unterrichtstag in der Produktion“ (UTP), bei dem Schüler in Betrieben der Industrie oder Landwirtschaft praktische Fähigkeiten erlernen sollten.
Tatsächlich gab es wohl kaum einen DDR-Bürger, der nicht in der Lage gewesen wäre, einen Nagel in die Wand zu schlagen, einen Keilriemen zu wechseln oder eine Wohnung zu tapezieren. Insofern war die sozialistische Schule durchaus eine Schule fürs Leben.
Für manche Betriebe – insbesondere in der Landwirtschaft – dienten die Schüler allerdings auch als kostenlose Arbeitskräfte.
Während Polytechnik und Naturwissenschaften einen hohen Stellenwert hatten, wurde die humanistische Ausbildung eher nachrangig behandelt. Großer Wert wurde dagegen auf Staatsbürgerkunde und Wehrerziehung gelegt.
Schulhort
Den Schul- oder Kinderhort haben in der DDR ganze Generationen von Kindern besucht. Der Hort bildete den Übergang von der Ganztagsbetreuung im Kindergarten zum Schulalltag.
Schüler der ersten bis vierten Klasse konnten vor und nach dem Unterricht durch ausgebildete Fachkräfte betreut werden. Auch Hausaufgaben gehörten dazu. Die Horte waren meist von 6 bis 17 Uhr geöffnet.
Erweiterte Oberschule (EOS)
Wer durfte zum Abitur?
Die Aufnahme in die EOS erfolgte bis 1981 nach der achten, später nach der zehnten Klasse. Die Plätze waren streng begrenzt.
Aus einer POS-Klasse wurden durchschnittlich nur zwei bis drei Schüler in die weiterführende Schule aufgenommen. Dabei spielten soziale Herkunft und politische Haltung oft eine größere Rolle als die schulische Leistung.
Begabte Schüler, die nicht zugelassen wurden, mussten häufig den Umweg über eine Berufsausbildung mit Abitur oder die Abendschule gehen.
Zeitweise wurden Jungen bevorzugt aufgenommen, da ihr Anteil unter den Studierenden zurückging. In einigen Berufsgruppen wie Lehrern oder Zahnärzten fehlte zunehmend männlicher Nachwuchs.
Die Chancen auf einen EOS-Platz konnten sich verbessern, wenn Schüler Berufe oder Studienrichtungen angaben, in denen gerade Fachkräftemangel herrschte.
Der Besuch der EOS war kostenlos. Seit 1981 erhielten Schüler sogar eine Ausbildungsbeihilfe von monatlich 110 Mark in der elften und 150 Mark in der zwölften Klasse.
Voraussetzung für die Aufnahme war jedoch eine positive ideologische Gesinnung.
Lehrstellen für jeden
Die DDR legte großen Wert darauf, jedem Jugendlichen eine Lehrstelle zu vermitteln. Dies wurde als Errungenschaft des sozialistischen Systems hervorgehoben.
Und tatsächlich erhielt nahezu jeder Schulabgänger einen Ausbildungsplatz.
Nicht immer entsprach dieser jedoch dem persönlichen Wunschberuf. Die Planwirtschaft benötigte bestimmte Fachkräfte und lenkte die Berufswahl entsprechend.
Beliebte Berufe wie Friseur, Kosmetiker oder Kfz-Mechaniker waren begehrt. Weniger beliebt waren Tätigkeiten in Landwirtschaft, Bauwesen oder Bekleidungsindustrie.
Teilweise wurde versucht, diese Berufe durch die Kopplung an ein späteres Abitur attraktiver zu machen.
Dieser Beitrag kommt aus dem DDR Museum
Die Stadt Malchow könnte eigentlich wunderschön sein.
Aber der starke Autoverkehr nimmt ihr einiges von ihrem Charme.
Überall Verkehr.
Überall Abgase.
Schade eigentlich.
Zurück auf der YOLO ist erst einmal Pause angesagt.
Heute Abend gibt es Pulpo.
Natürlich heimische Art. 😄
Angebraten mit Birgits selbst gemachter Knoblauchpaste, etwas Tomate und halbierten Kartoffeln.
Alles ist vorbereitet.
Es ist richtig lecker.
Dazu ein trockener Rosé.
Die Leichtigkeit des Seins.
Mehr geht nicht.
Wir liegen nun vor Anker am Wasserwanderrastplatz Malchow.
Und genau hier bleiben wir auch über Nacht.
👉 YOLO-Style eben:
„Manchmal reicht ein fester Anker, eine heiße Pfanne und ein Glas Rosé – dann ist der Tag perfekt vertäut.“
Ausblick
Morgen geht es weiter Richtung Waren. Ob direkt oder mit einem weiteren Zwischenstopp entscheidet wie so oft das Wasser, das Wetter und das Bauchgefühl an Bord.
Poetische Fußnote
Plau zeigte Charme mit Brücke und Licht,
Malchow dagegen viel Verkehr im Gesicht.
Der Pulpo brutzelte frech in der Pfanne dahin,
und Rosé gab dem Abend den passenden Sinn. 😎
Die poetische Fußnote entstand mit einer Prise Inspiration von der SILENCIO (merci an unsere Nachbarn auf dem Wasser).
Bleibt weiterhin neugierig und gespannt!
Schließlich sind wir ja auf dem Wasser und da gilt:
Man lebt nur einmal – YOLO! 😎⚓️
👉 Mehr Geschichten von Bord gibt's wie immer auf www.YOLO-Yacht.com
Hier die Bilder unserer Saison 2026!
Filme und Shorts unter News




















Schön, die vielen Bilder. Und 3 Euro abkassieren für ein Schlauchboot Kurzlieger? Da hat er sich sein Trinkgeld gleich selbst eingerechnet. Guggst Du draussen auf die Gebührentafel: 2,50 Euro von 0,5 bis 4 Stunden für Kurzlieger, alle Längen. D.h. die ersten 30 Minuten sind frei. LG Christian
AntwortenLöschen