Tag 95 auf der YOLO - Warten auf einen Hafenplatz und Musik über dem Wasser

Tag 95 auf der YOLO – Warten auf einen Hafenplatz und Musik über dem Wasser

Eigentlich wollten wir heute mit der YOLO in den Hafen wechseln.

Doch manchmal kommt es anders als geplant: Kein Boot verließ seinen Liegeplatz, das 69. Müritz-Seefest stand vor der Tür und wir blieben einfach weiter vor Anker.

⚓ Key Facts

Tag 95: Ankertag vor Röbel
Tage: 95 / 180
Törn bisher: 51 Ziele 🛥️
Kilometer gesamt: 767 km 🌊
Fahrzeit gesamt: 107 Std. 40 Min. ⏱️
Schleusen gesamt: 29 ⚓
Brücken gesamt: 2 🌉
Hafentage bisher: 24 🏡⚓ (25,3 % der Reisetage)
Besonderheiten: Hafenplatzsuche, 69. Müritz-Seefest, Paketabholung, Einkauf, biologische Tankpflege und Brotzeit vor Anker.

Eine Fliege beendet die Nacht

Heute Morgen um 5:00 Uhr ärgerte mich eine Fliege.

Damit war es mit dem Schlafen vorbei.

Gegen halb sechs kroch ich ganz leise aus der Koje. Ich wollte Birgit schließlich nicht wecken.

Ich kochte Kaffee, schaute noch einmal über unseren Blog und stellte den neuen Bericht online.

Beim Kaffee las ich anschließend den Blog der SILENCIO.

Edith hatte wieder tolle Fotos geschossen. Ja, Edith und Christian haben auf der SILENCIO wirklich einen besonderen Blick für schöne Motive.

Die Suche nach einem Hafenplatz

Nachdem Birgit aufgestanden war, machte ich mich fertig.

Ich wollte einmal im Hafen nachsehen, ob dort vielleicht ein Platz für uns frei geworden war.


Mit der RubberYolo sauste ich hinüber.


Doch für ein Boot in unserer Größe war kein passender Liegeplatz frei.

Ich rechnete damit, dass gegen 11:00 Uhr einige Boote abreisen würden und wir danach vielleicht eine Chance bekommen könnten.

Also ging es zunächst zurück zur YOLO.


Birgit wartet schon mit dem Frühstüch auf mich.

Dort machte ich das Boot vollständig hafenfertig und schnell abfahrbereit.

Ich brachte auf beiden Seiten die Fender aus und legte unsere Leinen griffbereit zurecht.

Auch den Wasserschlauch zum Abspritzen des Ankers bereitete ich schon vor.

Immer wieder liefen Boote in den Hafen ein, drehten nach ihrer erfolglosen Suche wieder ab oder warteten draußen auf Reede.

Wir beobachteten die Lage genau und waren jederzeit bereit, sobald sich für uns eine Möglichkeit ergeben sollte.

Keiner rührt sich vom Fleck

Mit dem Liegeplatz wurde es allerdings nichts.

Keiner rührte sich vom Fleck.

Das konnten wir durchaus verstehen, denn am Abend sollte im Hafen das 69. Müritz-Seefest steigen.

Überall standen bereits Imbiss- und Getränkestände.

Die Müritzterrassen bereiteten ebenfalls ihre Party auf der Terrasse vor.

Auf dem großen Parkplatz stand ein Riesenrad und rundherum entstand ein richtiger Rummel.

Da war schnell klar, dass heute wohl kaum jemand freiwillig seinen Liegeplatz aufgeben würde.

Wir waren gespannt auf den Abend und beschlossen, einfach weiter vor Anker zu bleiben.

Paketabholung und vergessene Einkäufe

Gegen Mittag nahmen wir erneut die RubberYolo und setzten zum Hafen über.

Ein Paket mit Mr. Bacteria UNI 4in1 war von Amazon eingetroffen.

Ich hatte mich in den vergangenen Tagen intensiv mit der biologischen Pflege unseres Fäkalientanks beschäftigt. Mehr dazu findet ihr im Klappmenü.

Anschließend kauften wir bei ALDI und EDEKA noch schnell alles ein, was wir gestern vergessen hatten.

Freundliche Einkehr bei den Müritzterrassen

Danach kehrten wir bei den Müritzterrassen ein.

Wir bestellten uns eine Vorspeise und dazu ein alkoholfreies Weizenbier.

Die Mitarbeiter sind dort wirklich ausgesprochen freundlich. Das muss ich einfach einmal erwähnen.


Warten auf Compass24

Auf etwas anderes warten wir dagegen immer noch.

Unsere Bestellung bei Compass24 ist nach einer Woche weiterhin nicht angekommen.

Die „24“ im Firmennamen lässt eigentlich eine schnelle Lieferung erwarten – doch Fehlanzeige.

Bei unserem telefonischen Anruf wurde uns erklärt, dass die Lieferung bis zu acht Tage dauern könne.

Gerade wenn man mit dem Boot unterwegs ist und nur für kurze Zeit eine bestimmte Paketstation erreichen kann, ist das natürlich ärgerlich.

Würden wir wegen der Lieferung in einem kostenpflichtigen Hafen liegen, wären die Hafengebühren inzwischen wahrscheinlich schon höher als der Warenwert.

Ich verstehe selbst nicht, warum ich dieses Mal nicht wie sonst bei SVB bestellt habe. Dort haben wir bisher immer sehr gute Erfahrungen gemacht.


Brotzeit und Musik über dem Wasser

Zurück auf der YOLO legten wir erst einmal eine Pause ein.

Am Abend machten wir eine gemütliche Brotzeit.

Dazu gab es Tomaten mit Mozzarella nach italienischer Art.

🍅 👉 Hier klicken – Tomaten mit Mozzarella nach italienischer Art

Zutaten für zwei Personen:

  • reife Tomaten
  • Mozzarella
  • frisches Basilikum
  • Olivenöl
  • etwas Balsamico
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer


Die Tomaten und den Mozzarella in Scheiben schneiden und abwechselnd auf einem Teller anrichten.

Mit Basilikum belegen, etwas Olivenöl und nach Geschmack einen kleinen Schuss Balsamico darübergeben.

Zum Schluss mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.

Einfach, frisch und genau richtig für einen warmen Abend an Bord.

Vom Hafen klang inzwischen die Musik des Müritz-Seefestes über das Wasser zu uns herüber.

Sie war gut zu hören, aber keineswegs zu laut.

Der Wind stand günstig und trug die Musik nur sanft bis zu unserem Ankerplatz.

So konnten wir die Stimmung des Festes miterleben und gleichzeitig die Ruhe vor Anker genießen.


Fäkalientank:

🧪 👉 Hier klicken – Experiment an Bord: Günstiger statt teurer Campingzusätze

Seit längerer Zeit verwende ich für unseren 160-Liter-Fäkalientank BactoDes.

Mit dem biologischen Bakterienpräparat war ich immer sehr zufrieden. Die Geruchsbildung war gering und ich wollte es eigentlich weiterhin verwenden.

Als ich jetzt Nachschub bestellen wollte, war BactoDes jedoch ausverkauft oder nicht lieferbar.

Also begann ich, nach einer Alternative zu suchen.

Dabei stellte ich fest, dass viele Produkte aus dem Camping- und Marinebereich zwar gut funktionieren, aber oftmals deutlich teurer sind als vergleichbare Produkte aus der Abwassertechnik.

Das brachte mich auf die Idee, einmal über den Tellerrand zu schauen.

Nach einigen Recherchen habe ich mich für Mr. Bacteria UNI 4in1 entschieden.

Das Produkt stammt nicht aus dem Campingbereich, sondern wurde für Klärgruben, Kleinkläranlagen, Siphons und Latrinen entwickelt. Es arbeitet ebenfalls mit biologischen Mikroorganismen.

Warum stinkt ein Fäkalientank überhaupt?

Der unangenehme Geruch entsteht vor allem dann, wenn organische Stoffe unter Sauerstoffmangel faulen.

Dabei entstehen Gase wie Schwefelwasserstoff, der für den typischen Geruch nach faulen Eiern verantwortlich ist, sowie Ammoniak und weitere unangenehm riechende Verbindungen.

Genau hier setzen die nützlichen Bakterien an.

Sie bauen Fäkalien, wasserlösliches Toilettenpapier und andere organische Stoffe biologisch ab, bevor sich die Fäulnisgase in größerem Umfang bilden können.

Die Bakterien vermehren sich im Tank, solange sie geeignete Lebensbedingungen und ausreichend organische Nahrung vorfinden.

Was brauchen die Mikroorganismen?

  • genügend Feuchtigkeit im Tank,
  • eine möglichst gute Tankentlüftung,
  • keine aggressiven Reiniger oder chlorhaltigen Desinfektionsmittel,
  • und regelmäßig neue organische Stoffe als Nahrung.

In unseren Tank gelangen ausschließlich unsere Fäkalien und wasserlösliches Toilettenpapier – sonst nichts.

Nach jeder Tankentleerung werde ich deshalb etwas Wasser in den Tank geben, das Bakterienpulver in lauwarmem Wasser aktivieren und anschließend in den Tank spülen.

Die darin enthaltenen Mikroorganismen gelten bei sachgemäßer Anwendung normalerweise nicht als gesundheitsschädlich.

Das Pulver sollte trotzdem nicht eingeatmet werden und weder in die Augen noch in den Mund gelangen. Nach der Anwendung werden selbstverständlich die Hände gewaschen.

Mein Ziel ist es, eine ähnlich gute Wirkung wie bisher mit BactoDes zu erreichen – aber zu einem deutlich günstigeren Preis, weil das Produkt nicht speziell für den Camping- oder Marinebereich vermarktet wird.

Ich werde in den nächsten Wochen genau beobachten, wie sich Geruch, Tankinhalt und Handhabung entwickeln.

Natürlich berichte ich offen über meine Erfahrungen.

Sollte sich das Produkt bewähren, könnte es eine interessante und preiswerte Alternative für Boots- und Wohnmobilbesitzer sein.

🦠 Vielleicht zeigt sich einmal mehr, dass man nicht immer zu teuren Spezialprodukten greifen muss. Manchmal lohnt sich der Blick in andere Bereiche – in diesem Fall in die Abwassertechnik. ⚓🚤


👉 YOLO-Style eben

Der Hafen war voll, die Party begann und unser geplanter Liegeplatz blieb unerreichbar. Also blieben wir einfach dort, wo wir bereits lagen – ruhig vor Anker, mit Musik im Hintergrund und einem herrlichen Blick auf das bunte Treiben.

Manchmal ist der Platz vor dem Hafen eben besser als der Platz im Hafen.


🔭 Ausblick

Morgen sehen wir weiter.

Vielleicht leert sich der Hafen nach dem Müritz-Seefest wieder oder wir bleiben noch etwas länger auf unserem ruhigen Platz vor Röbel.


✍️ Poetische Fußnote

Vom Hafen klingt Musik ganz sacht,
die YOLO schaukelt durch die Nacht.
Kein Liegeplatz – uns stört es kaum,
vor Anker lebt der Sommertraum.

⚓ Mit einem Augenzwinkern zur 👉 SILENCIO.– merci an unsere Nachbarn auf dem Wasser. 

Liebe Grüße an Edith und Christian auf der SILENCIO. Eure Fotos waren wieder ganz großes Kino.



🧒👧 👉 Hier klicken – Die Geschichte für Lotta und Ida

🎡 Das Geheimnis des Riesenrades

Schon früh am Morgen wurde Opa von einem frechen Summen geweckt.

Eine Fliege flog immer wieder um seinen Kopf herum.

„Na warte, du kleiner Wecker!“, flüsterte Opa.

Damit Oma weiterschlafen konnte, kroch er ganz leise aus der Koje.

Er kochte Kaffee und schaute aus dem Fenster der YOLO.

Drüben im Hafen war noch alles ruhig.

Doch Opa hatte einen Plan.

„Vielleicht finden wir heute einen Platz im Hafen“, dachte er.

Als Oma später aufstand, fuhr Opa mit der RubberYolo hinüber.

Doch alle Liegeplätze waren besetzt.

Keiner wollte fortfahren.

Das war auch kein Wunder, denn am Abend sollte das große Müritz-Seefest beginnen.

Auf dem Parkplatz stand ein riesiges Riesenrad.

Rundherum gab es Buden, Lichter und Musik.

„Dann bleiben wir eben vor Anker“, sagte Oma.

„Von dort können wir bestimmt alles viel besser beobachten.“

Gegen Mittag fuhren beide noch einmal an Land.

Dort wartete ein geheimnisvolles Paket auf Opa.

Auf der Schachtel stand: Mr. Bacteria UNI 4in1.

„Sind da etwa kleine Monster drin?“, fragte Oma und grinste.

„Nein“, lachte Opa. „Nur winzig kleine Helfer, die man ohne Mikroskop gar nicht sehen kann.“

Danach kauften sie noch Lebensmittel ein und stärkten sich auf einer Terrasse mit einem alkoholfreien Weizenbier und einer Vorspeise.

Am Abend machten sie es sich auf der YOLO gemütlich.

Es gab Tomaten mit Mozzarella, frisches Brot und eine herrliche Brotzeit.

Als es langsam dunkel wurde, leuchtete das Riesenrad am Ufer in vielen bunten Farben.

Die Musik schwebte über das Wasser, aber der Wind trug sie nur ganz leise bis zur YOLO.

„Hörst du das?“, fragte Oma.

Opa nickte.

„Das klingt fast so, als würde das Riesenrad uns ein Schlaflied spielen.“

Die beiden saßen noch lange draußen und schauten auf die bunten Lichter.

Und hoch über dem Hafen drehte sich das Riesenrad langsam durch die Sommernacht.

Vielleicht wartete dort oben schon das nächste Abenteuer auf Oma und Opa.


Bleibt weiterhin neugierig und gespannt!

Schließlich sind wir ja auf dem Wasser und da gilt:

Man lebt nur einmal – 👉 YOLO! 😎⚓


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