Tag 94 auf der YOLO - Durch uralte Wälder und mit einem mulmigen Gefühl zurück an Bord

⚓ Durch uralte Wälder und mit einem mulmigen Gefühl zurück an Bord

Heute tauschen wir das Wasser gegen den Wald. Rund um Röbel führt uns eine wunderschöne Wanderung durch das Glienholz – vorbei an stillen Seen, verträumten Bruchwäldern und einer Eiche, die schon seit rund 600 Jahren hier steht. Gleichzeitig begleiten uns die Warnmeldungen zum Waldbrand im Müritz-Nationalpark. 🌳🔥⚓

Key Facts

Tag 94: Röbel – Ankertag im Binnensee
Tage: 94 / 180
Törn bisher: 51 Ziele 🛥️
Kilometer gesamt: 767 km 🌊
Fahrzeit gesamt: 107 Std. 40 Min. ⏱️
Schleusen gesamt: 29 ⚓
Brücken gesamt: 2 🌉
Hafentage bisher: 24 🏡⚓ (25,5 % der Reisetage)
Besonderheiten: 13 Kilometer Wanderung 🥾, Glienholz und Kroneiche 🌳, Warnmeldungen zum Waldbrand 🔥, Einkehr auf der Müritzterrasse, Schwimmen im Binnensee 🏊, Bolognese an Bord 🍝 und ein kurzes Gewitter am Abend ⛈️.

Tag 94 auf der YOLO

Heute war Birgit vor mir wach.

Das kommt nicht allzu oft vor. 😄

Als ich aus der Koje komme, ist der Tag bereits gestartet.

Nach dem Kaffee machen wir uns fertig und setzen mit der 👉 RubberYolo zum Hafen Röbel über.


Wie inzwischen gewohnt machen wir unser Dinghy an der ersten Box fest.

Schnell noch den Müll entsorgt.

Dann kann unsere Wandertour beginnen. 🥾

Der Weg startet hinter dem EDEKA-Markt und führt direkt hinein in das wunderschöne Glienholz.




Schon nach wenigen Metern verschluckt uns der Wald.


Hohe Buchen und Eichen spenden angenehmen Schatten.

Die Luft riecht nach Moos, feuchter Erde und Sommer.


Immer wieder öffnen sich schöne Blicke auf den Gliensee und den Rohrteich.


Der Weg führt durch verträumte Auen- und Bruchwälder.



Eine wirklich herrliche Tour.

Überall stehen Informationstafeln, die von der Natur und der Geschichte dieser Gegend erzählen.



Wir entdecken einen riesigen Findling.




Eine alte Streuobstwiese.

Und schließlich steht sie vor uns:


Die rund 600 Jahre alte Kroneiche. 🌳

Man bleibt automatisch stehen.

Schaut nach oben.

Und wird für einen Moment ganz still.

Es ist beeindruckend, wie klein man sich neben einem Baum fühlt, der schon seit Jahrhunderten an diesem Ort steht.


👉 Hier klicken: Die 600 Jahre alte Kroneiche und ihre Geschichten

Die Kroneiche im Glienholz zählt zu den mächtigsten alten Eichen der Region. Ihr Alter wird auf rund 600 Jahre geschätzt.

Als sie keimte, befand sich Europa noch im späten Mittelalter. Generationen von Menschen sind an ihr vorübergezogen, während der Baum Jahr für Jahr weiterwuchs.

Ihr Stammumfang beträgt mehr als zehn Meter. Seit 1939 steht sie als Naturdenkmal unter Schutz und wurde 2023 als Nationalerbe-Baum ausgezeichnet.

Der gewaltige Stamm ist im Laufe der Jahrhunderte durch Stürme, abgebrochene Äste und vermutlich auch Blitzeinschläge gezeichnet worden. Trotzdem lebt und wächst die Eiche weiter.

Um solch alte Bäume entstehen im Laufe der Zeit natürlich auch Geschichten.

So wird erzählt, dass unter mächtigen Eichen früher Recht gesprochen oder bei Jagden Rast gemacht wurde. Für die Kroneiche selbst sind solche Ereignisse allerdings nicht eindeutig historisch belegt.

Alte Bäume galten den Menschen häufig als besondere Orte. Ein Baum, der Stürme und Blitze überstand, wurde als Sinnbild für Kraft, Schutz und ein langes Leben angesehen.

Auch Geschichten über Waldgeister und geheimnisvolle Wesen gehören zur überlieferten Waldfolklore. Wer den Wald respektierte, sollte sicher wieder hinausfinden. Wer mutwillig Äste abbrach oder Tiere störte, konnte angeblich vom richtigen Weg abkommen.

Ob Wahrheit oder Legende – wenn man unter dieser gewaltigen Krone steht, kann man gut verstehen, warum solche alten Bäume seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen anregen.

Dieser Baum hat Fürsten, Kriege, Kaiser und unzählige Generationen kommen und gehen sehen – und treibt trotzdem jedes Frühjahr wieder frische Blätter aus.

Während wir weiterlaufen, meldet sich immer wieder die Warn-App NINA.



Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark beschäftigt inzwischen die ganze Region. 🔥

Schiffe und Boote sollen bestimmte Seen verlassen, damit Hubschrauber und Löschflugzeuge dort ungehindert Wasser aufnehmen können.

Wir schauen sofort auf die Karte.

Unsere Ankerbucht liegt tatsächlich noch innerhalb des Warnkreises.

Das macht uns doch ein wenig nervös.

Da wir uns ganz am Rand des betroffenen Gebietes befinden, glauben wir zwar nicht, dass wir unseren Ankerplatz verlassen müssen.

Aber vielleicht weichen nun viele Boote in unsere Bucht aus.

Und dann könnte es dort schnell eng werden.

Auf dem Rückweg besuchen wir noch kurz den LIDL.

Vor allem die klimatisierten Gänge sind jetzt eine Wohltat. 😄

Ein paar Kleinigkeiten wandern natürlich ebenfalls in den Einkaufswagen.


Zurück im Hafen kehren wir in der Müritzterrasse ein.

Ein alkoholfreies Hefeweizen haben wir uns nach dieser Wanderung wirklich verdient. 🍺

Von der Terrasse im Garten direkt am Wasser genießen wir den Blick auf den Stadthafen und den Binnensee.

Von hier aus können wir sogar unseren Ankerplatz sehen.

Zum Glück ist es dort trotz der Warnmeldungen nicht voller geworden.

Unsere 👉 YOLO liegt weiterhin ruhig und mit ausreichend Abstand zu den anderen Booten vor Anker.

Gegen 14:30 Uhr sind wir wieder an Bord.

Nach den 13 Kilometern gibt es nur eine richtige Entscheidung:

Ab ins Wasser. 🏊

Der Binnensee kühlt uns innerhalb weniger Sekunden herrlich ab.

Erfrischend.

Und genau das, was wir jetzt brauchen.

Danach heißt es erst einmal:

Pause.

Am späten Nachmittag koche ich uns eine Bolognese. 🍝

Nach dieser Wanderrunde schmeckt sie gleich doppelt so gut.

Gegen 19:30 Uhr verändert sich die Stimmung plötzlich.

Der Himmel über der Müritz wird innerhalb weniger Minuten immer dunkler.

In der Ferne ist bereits ein dumpfes Grollen zu hören.

Ein Gewitter zieht auf. ⛈️

Wir räumen vorsichtshalber noch ein paar Sachen vom Vordeck weg und beobachten die dunklen Wolken.

Die ersten dicken Regentropfen fallen auf das Verdeck.

Doch genauso schnell, wie das Gewitter gekommen ist, zieht es auch wieder weiter.

Nach ein paar Tropfen ist alles vorbei.

Das Grollen verschwindet in der Ferne und kurze Zeit später kehrt wieder Ruhe über dem Binnensee ein.

Ein schöner Abschluss eines erlebnisreichen Tages.


👉 YOLO-Style eben:

Man muss nicht jeden Tag viele Seemeilen machen, um etwas Besonderes zu erleben. Manchmal reichen ein alter Wald, ein ehrwürdiger Baum, ein kühles Getränk am Wasser, ein Sprung in den See und ein Gewitter, das gerade noch einmal vorbeizieht. Genau diese Mischung macht unser Bordleben so besonders. 😎⚓


Ausblick

Was morgen passiert?

Das entscheidet wie immer unser Morgenkaffee.

Vielleicht bleiben wir noch in Röbel.

Vielleicht zieht es uns wieder hinaus auf die Müritz.

Oder wir lassen einfach den Tag entscheiden.


Poetische Fußnote

Durch alten Wald führte heut unser Pfad,
am Ende lockte das kühlende Bad.
Die Eiche steht, das Gewitter verrinnt,
während die YOLO neue Geschichten beginnt.

⚓ Mit einem Augenzwinkern zur 👉 SILENCIO – merci an unsere Nachbarn auf dem Wasser.


Bleibt weiterhin neugierig und gespannt!

Schließlich sind wir ja auf dem Wasser und da gilt:

Man lebt nur einmal – 👉 YOLO! 😎⚓


👉 Mehr Geschichten von Bord gibt's wie immer auf 👉 www.YOLO-Yacht.com

👉 Filme und Shorts unter 👉 News

👉 Hier unsere Footprints unserer Saison 2026 👉 Footprints 2026

🧒👧 👉 Hier klicken: Für Lotta und Ida

🌳 Das Geheimnis der uralten Eiche

An diesem Morgen war Oma schon vor Opa wach.

„Na, Langschläfer“, sagte sie lächelnd und stellte ihm eine dampfende Tasse Kaffee hin.

Gemeinsam frühstückten die beiden auf ihrer YOLO, die ruhig vor Anker im Binnensee lag.

„Heute gehen wir auf Entdeckungstour!“, sagte Opa.

Mit ihrer kleinen RubberYolo fuhren sie hinüber nach Röbel.

Schon kurz hinter dem Hafen begann ein geheimnisvoller Wald.

Die Bäume waren so hoch, dass ihre Kronen fast den Himmel berührten.

Überall zwitscherten Vögel und zwischen den Farnen flatterten bunte Schmetterlinge.

„Hier wohnen bestimmt Waldfeen“, flüsterte Oma.

„Oder ein schlauer Waldkauz“, meinte Opa und zwinkerte.

Plötzlich blieb Oma stehen.

„Thomas … schau mal!“

Vor ihnen stand ein riesiger Baum.

Sein Stamm war so dick, dass viele Kinder Hand in Hand stehen müssten, um ihn zu umarmen.

„Das ist die Kroneiche“, erklärte Opa.

„Sie ist ungefähr 600 Jahre alt.“

Oma Birgit legte ihre Hand vorsichtig auf die raue Rinde.

„Dann hat dieser Baum ja schon Ritter, Könige und Herzöge gesehen.“

„Ganz bestimmt“, antwortete Opa.

In diesem Moment raschelte plötzlich das Gebüsch.

Beide schauten sich erschrocken an.

War das vielleicht ein Wildschwein?

Doch heraus sprang nur ein kleines Eichhörnchen.

Es schnappte sich eine Eichel, schaute die beiden neugierig an und verschwand blitzschnell wieder auf dem nächsten Baum.

„Ich glaube“, sagte Oma lächelnd, „das war der kleine Wächter der Kroneiche.“

Da piepte plötzlich Opas Handy.

Die Warn-App meldete einen Waldbrand im Müritz-Nationalpark.

Zum Glück zeigte die Karte, dass sie weit genug entfernt waren.

Also wanderten sie weiter und erreichten nach 13 Kilometern wieder ihre kleine YOLO.

Natürlich sprangen beide erst einmal ins Wasser.

„Das haben wir uns verdient!“, lachte Oma.

Am Abend kochte Opa eine leckere Bolognese.

Gerade als sie fertig gegessen hatten, wurde der Himmel plötzlich dunkel.

Ein Gewitter zog auf.

Ein paar dicke Regentropfen fielen auf das Boot.

Doch genauso schnell, wie es gekommen war, zog es wieder weiter.

Die Sonne schaute noch einmal zwischen den Wolken hervor.

„Weißt du was?“, sagte Oma.

„Ich glaube, die alte Kroneiche passt heute Nacht wieder auf den Wald auf.“

Opa nickte.

„Und morgen wartet bestimmt schon das nächste Abenteuer auf uns.“

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