Tag 74 auf der YOLO - Baumstamm am Anker und Warmbadetag in Adamswalde

⚓ Baumstamm am Anker und Warmbadetag in Adamswalde

Heute verlassen wir Mirow und die Liebesinsel. Nicht, weil es dort nicht schön war, sondern weil die Kleinseenplatte ruft. Zwei Schleusen, ein Baumstamm im Ankergeschirr, ein Pilzmesser als Omen und am Ende ein glasklarer Warmbadetag in der Bucht von Adamswalde.

Manchmal beginnt ein Fahrtag mit Dreck an Deck und endet mit Risotto auf dem Vorschiff. ⚓🌲🍄

Key Facts

Tag 74: Liebesinsel Mirow → Bucht Adamswalde / Großer Pälitzsee
Tage: 74 / 180
Törn bisher: 42 Ziele 🛥️
Kilometer gesamt: ca. 657 km 🌊
Schleusen gesamt: 24 ⚓
Brücken gesamt: 3 🌉
Hafentage bisher: 19 🏡⚓
Besonderheiten: Baumstamm am Anker, Schleusen Diemitz und Canow, Opinel-Pilzmesser, LeBoat-Manöver, glasklares Wasser und Saibling-Risotto

Tag 74 auf der YOLO

Um 6:30 Uhr ist Purren auf der YOLO.

Kaffee aufsetzen.

Und dann direkt ab ins Wasser. 🏊‍♂️⚓



Heute wollen wir Mirow und die Liebesinsel verlassen.

Nach dem Schwimmen holen wir die Badeleiter ein.

Dann endlich Kaffee.

Die wichtige Frage des Morgens:

Haben wir eigentlich noch genug Kaffee?

Eigentlich wollten wir gestern welchen kaufen.

Birgit schaut nach.

Noch zwei Pakete.

Entwarnung.

Die Bordversorgung ist gesichert. 😄

Beim Ankeraufholen gibt es dann die erste Überraschung.


Im Ankergeschirr hängt ein abgenagter Baumstamm.

Komplett entrindet.

Weich wie Gummi.

Und voller Schlamm.

Manchmal schenkt einem der Anker keinen Halt, sondern erst einmal einen halben Baumstamm. 🌳⚓😄

Das Problem:

Überall liegt Dreck an Deck.

Also erst einmal abspritzen, sauber machen und wieder Ordnung herstellen.

Dann geht es los.

Unser Ziel ist die Bucht Adamswalde am Großen Pälitzsee.

Dafür stehen zwei Schleusen auf dem Programm:

Diemitz und Canow.

Draußen ist es bereits heiß.

Sehr heiß.

Das Solarpanel liefert bei dieser Hitze nicht die volle Leistung.

Wir haben aber noch rund 40 Prozent in den Lithium-Batterien.

Das ist kein Drama.

Lithium nimmt das gelassen.

Die Kühlschränke ziehen bei dem Wetter ordentlich Strom, aber genau dafür haben wir das System schließlich an Bord. ☀️⚡

An der Schweinebrücke in Mirow melde ich uns per Funk für die Passage an.

Zusätzlich gebe ich ein langes Signal für alle ohne Funk.

Sicher ist sicher.

Dann geht es weiter über den Zotzensee, den Mössensee und den Vilzsee in Richtung Schleuse Diemitz.



Am Ende der Wartestelle machen wir fest.

Während wir warten, laufen wir zum Bibercamp.

Brötchen kaufen.

Couscous mitnehmen.

Und dann entdecke ich in einer Vitrine ein Original Opinel Pilzmesser mit Bürste.



Das muss ein Omen sein. 🍄🔪

Edith und Christian finden mit Jack schließlich ständig Pilze.

Bei uns dagegen:

No nia ned.

Ganz im Geheimen hat Birgit ja Jack im Verdacht.

Vielleicht erschnüffelt er die Pilze.

Könnte sein.

Ich sage mal so:

Die Crew der SILENCIO hat jedenfalls eine deutlich bessere Trefferquote als wir. 😄🐾🍄

Zurück auf der YOLO zeigt die Schleuse grün.

Vor uns ein LeBoat.

Hinter uns ein LeBoat.

Oder auf Münsterländer Platt:

„Su wat müggt wi gans un jor nich.“

Aber alles läuft ruhig und entspannt.

Also weiter.

Raus aus der Schleuse Diemitz und über den Labussee zur Schleuse Canow.

Dort liegt vor uns wieder ein LeBoat.

Allerdings außerhalb des Wartebereichs und auch noch hinter der Ampel.

Wir legen an.

Die Schleuse hat Mittagspause.

Als es weitergeht, machen wir die beiden darauf aufmerksam, dass das Tor offen ist und die Ampel auf Grün steht.

Langsam setzen sie sich in Bewegung.

Sehr langsam.

So langsam, dass ich in der YOLO kaum noch Fahrt habe.

Der Wind bläst inzwischen kräftig.

Bei der Einfahrt in die Schleuse muss ich mit Bug- und Heckstrahlruder korrigieren.

Hinter uns fährt noch ein weiteres LeBoat ein.

Wir liegen sehr dicht bei unserem Vordermann.

Der steht mittlerweile schräg in der Kammer.

Dann fragt mich der Skipper:

„Und was muss ich jetzt machen?“

Na ja.

Achtern festmachen musst du. 😄

Der Mann kommt aber von seinem Affenbaum nicht so schnell runter.

Der Schleusenwärter eilt zu Hilfe, belegt die Leine und gibt noch trocken hinterher:

„Beim nächsten Mal vielleicht ein kleineres Boot chartern.“



Da war alles gesagt. ⚓😄

Als die Schleuse grün zeigt, fahren wir raus.

Und zwar zügig.



Reißaus ist manchmal die beste Taktik.

Weiter geht es über den Canower See, den Kleinen Pälitzsee und schließlich auf den Großen Pälitzsee.





Dann erreichen wir unser Ziel:

Adamswalde.

Wir ankern auf rund 10 Meter Wassertiefe.

Der Anker hält.

Die Badeleiter kommt raus.

Und dann geht es sofort ins Wasser.

28 Grad.

Warmbadetag.

Glasklar.

Herrlich. 🏊‍♂️☀️

Zur Abkühlung springen wir immer wieder in den See.

Wobei ...

Abkühlung ist eigentlich der falsche Begriff.

Bei 28 Grad Wassertemperatur ist es eher betreutes Planschen mit Aussicht. 😄⚓

Das Nachmittagsprogramm lautet:

Schwimmen.

An der Luft trocknen.

Wieder schwimmen.

Noch einmal trocknen lassen.

Mehr braucht es an so einem Sommertag nicht.

Die Bucht Adamswalde ist wirklich ein herrlicher Ankerplatz.

Udo und Brigitte von der BUTT können das bestätigen.

Aber pssst.

Ist natürlich ein Geheimtipp. 😄⚓

Am Abend bin ich mit dem Kochen dran.







Es gibt Risotto mit wildem Brokkoli und unserem marinierten, geräucherten Saibling.

Birgit hat das Vorschiff liebevoll eingedeckt.

Für Kerzenschein ist es zwar noch zu hell, aber romantisch ist es trotzdem. 🌅

Dazu trinken wir einen eiskalten Weißburgunder von der Kellerei Maybach.

Das Risotto.

Der Wein.

Der Moment.

Alles passt.

Ein wunderschöner Abend auf dem Wasser. 🍷⚓

Während Birgit später den Abwasch übernimmt, vervollständige ich noch den Blog.

Danach steigen wir noch einmal in die RubberYolo und fahren gemütlich die Uferkante der Bucht entlang.





Das Wasser liegt ruhig vor uns.


Ein herrlicher Blick über den See.


Der Wind hat sich gelegt.


Nur der leise Elektromotor begleitet uns. ⚓

Die tief stehende Sonne taucht den Wald in warmes Licht und lässt das Wasser golden schimmern.

Immer wieder lassen wir den Blick schweifen.

Hier in der Bucht von Adamswalde ist es einfach wunderschön.

Ein Platz, an dem man sofort versteht, warum man auf dem Wasser unterwegs ist.

Genau deshalb lieben wir das Leben an Bord unserer YOLO.

Ein herrlicher Abschluss für einen rundum gelungenen Fahrtag auf der Kleinseenplatte.


👉 YOLO-Style eben:

Manchmal hängt morgens ein Baumstamm am Anker und abends sitzt man mit Weißburgunder vor Adamswalde. Dazwischen nennt man dann einfach Leben an Bord. ⚓😎


Ausblick

Morgen lassen wir es wahrscheinlich ruhig angehen. Erst einmal schauen, wie gut der Ankerplatz, das Wetter und die Bordlaune zusammenpassen. Auf der Kleinseenplatte muss man schöne Plätze schließlich nicht sofort wieder verlassen.


Poetische Fußnote

Ein Baumstamm kam mit aus dem Grund,
die Schleuse machte LeBoat bunt.
Am Abend lag der See ganz klar,
und Adamswalde wunderbar.

⚓ Mit einem Augenzwinkern zur SILENCIO – merci an unsere Nachbarn auf dem Wasser.


Bleibt weiterhin neugierig und gespannt!

Schließlich sind wir ja auf dem Wasser und da gilt:

Man lebt nur einmal – YOLO! 😎⚓


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Kommentare

  1. Moin ihr Lieben, das Schleusen ist ja oft ein Abenteuer, besonders wenn man zwischen 2 ahnungslosen Charterern liegt. Der Schleusenwärter ist der Hit😅
    Geniesst Adamswalde, den Sommer und mehr so wunderschöne gemeinsame Abende 😘
    Liebe Grüße von der Silenciocrew
    Und Pssst, Jack ist Trüffelsuchhund inkognito!

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    1. Ja Jack, das dachten wir uns auch.
      ☀️⚓️Gruß von der YOLO⚓️☀️

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