Tag 63 auf der Yolo. Sturm, Sockensuche und Kuchen an Bord

🌬️ Sturm, Sockensuche und Kuchen an Bord

Key Facts

Tag 63: Stadthafen Waren (Müritz)
Tage: 63 / 180
Törn bisher: 36 Ziele 🛥️
Kilometer gesamt: 574km 🌊
Fahrzeit gesamt: 80 Std. 04 Min. ⏱️
Schleusen gesamt: 21 ⚓
Brücken gesamt: 2🌉
Hafentage bisher: 18 🏡⚓
Besonderheiten: Sturm, zusätzlicher Hafentag, knarzende Mephisto, Sockensuche, Reiben-Expedition und Apfel-Mandel-Kuchen an Bord


Tag 63 auf der YOLO.

Die Nacht war unruhig.

Der Wind ließ kaum nach und pfiff weiter durch den Stadthafen von Waren.

Das Schaukeln störte uns nicht wirklich. Das gehört auf der YOLO inzwischen fast schon zum Einschlafprogramm.

Was uns allerdings wach hielt, kam vom Nachbarlieger.

Die Mephisto veranstaltete die ganze Nacht ein echtes Hafen-Knarz-Konzert. 🎻😆

Ein stattliches Schiff, geschätzt 15 bis 20 Tonnen schwer. Bei den Festmacherleinen wurde allerdings offenbar am falschen Ende gespart.

Dünn, steif und ordentlich ausgeleiert.

Bei jeder Böe gab es ein neues Solo vom Fingersteg.

Wir liegen zusammen am gleichen Fingersteg. Da bekommt man jedes Quietschen frei Haus geliefert.

Heute Abend begieße ich sie vielleicht mit etwas Spülmittel.

Natürlich nur aus reiner nachbarschaftlicher Fürsorge. 😊

Draußen bläst es weiterhin mit 5 bis 7 Beaufort.

Da wir Zeit haben und uns nichts drängt, fällt die Entscheidung leicht:

Wir bleiben noch eine weitere Nacht in Waren.

Unsere Liros-Handy-Elastik-Festmacher machen dagegen keinen Mucks.

Die haben 20 Prozent Reck und federn die Böen sauber ab. Wenn sie einmal in die Klampe arbeiten müssen, geschieht das ganz sacht.

So soll das an Bord sein. ⚓

👉 YOLO-Style eben:

Manchmal ist der beste Kurs einfach der direkte Weg zum Hafenbüro.

Gegen 11 Uhr machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg in die Stadt.

Vorher geht es noch kurz ins Hafenbüro und wir bezahlen eine weitere Nacht.

Damit ist Hafentag Nummer 18 offiziell festgemacht.

Erste Station: Edeka.

Mandeln kaufen. Äpfel kaufen.

Birgit möchte Kuchen backen.

Und wenn Birgit Kuchen backen möchte, dann ist das kein Vorschlag. Das ist Bordprogramm. 🍏🥮

Nebenbei läuft meine persönliche Mission des Tages:

Socken finden.

Die sind entweder zu Hause geblieben oder die YOLO hat sie wieder irgendwo versteckt.

Auf einem Boot verschwinden Dinge ja nicht. Sie ändern nur heimlich ihren Liegeplatz. 😄


Danach geht es weiter durch die Stadt.

Wir suchen Haushaltswaren.

Genauer gesagt: eine gute Reibe.

Für Zesten, Muskatnuss sowie Zitronen- und Orangenabrieb.

Klingt einfach.

War es aber nicht.

Gefunden haben wir keine.


Also wird die Winzenbacher Reibe bei Amazon bestellt und nach Röbel in den Paketshop bei Edeka geschickt.



Zu spät entdeckt. In Waren gibt es auch eien DHL Packetshop

Moderne Binnenschifffahrt eben.

Früher Karte, Kompass und Peilstab. Heute Paketshop, Küchenreibe und WLAN. 😂⚓

Danach geht es zurück auf die YOLO.

Erst einmal Pause.

Birgit legt los und backt ihren Apfel-Mandel-Kuchen.

Schon kurze Zeit später zieht ein herrlicher Duft durch das Boot.

Da sieht selbst ein stürmischer Hafentag plötzlich deutlich gemütlicher aus.

🍏 Birgits Apfel-Mandel-Kuchen hier Klicken zum Rezept

Zutaten:

  • 100 g Sanella
  • 4 Eier
  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 300 g Äpfel
  • 50 g Zucker
  • Zitronenabrieb
  • 1 TL Zimt

Zubereitung:

Alles zusammen mischen und bei 175 °C etwa 40 Minuten backen.

Einfach, lecker und perfekt für einen Hafentag mit ordentlich Windkante. ☕🥮

Rezeptquelle: Instagram @katichange

Später gehen wir noch einmal los.

Wir wollen einen Kürbis kaufen.

Bei Edeka gibt es keinen mehr.

Also weiter zu Lidl.

Wir dürfen nicht rein bei EDEKA

Dort ebenfalls Fehlanzeige.


Dann wird eben umgeplant.

Ich koche heute eine Risoni-Zucchini-Kartoffelsuppe.

War richtig lecker.

Danach gibt es den frisch gebackenen Kuchen.

Damit ist der Tag kulinarisch sauber gerettet. 😋

Solche Hafentage sind ja immer ein bisschen gefährlich.

Man fährt keinen Meter, aber irgendwie ist trotzdem ständig etwas los.

Leinen prüfen, Wetter beobachten, einkaufen, Paketlogistik planen, kochen, backen und zwischendurch das Hafenkino genießen.

Die YOLO liegt sicher vertäut, der Wind darf draußen weiter den starken Mann markieren, und wir machen es uns an Bord gemütlich.

Mehr muss ein Hafentag manchmal gar nicht können. 😎⚓

👉 YOLO-Style eben:

Manchmal fährt das Boot keinen Meter – und der Tag hat trotzdem ordentlich Fahrt aufgenommen.

Ausblick

Morgen früh fahren wir nach Röbel in den Stadthafen zum Proviantisieren.

Danach soll es für eine Nacht in den Seglerhafen gehen.

Birgit möchte noch schnell eine Maschine Wäsche waschen.

Und dann soll es richtig heiß und warm werden.

Ob wir dann wirklich direkt nach Schwerin weiterfahren?

Eher nicht.

Vielleicht sind Sonnen, Schwimmen, gut essen und ausgedehnte Spaziergänge gerade die bessere Route.

Vielleicht verlegen wir uns stattdessen nach Adamswalde zum Großen Pälitzsee.

Wer weiß?

Auf dem Wasser entstehen die besten Pläne oft erst zwischen Frühstückskaffee, Wetterbericht und einem Blick über den Bug. 😎⚓

Poetische Fußnote

Der Wind machte Krach, wir blieben cool,
am Steg spielte die Nacht ihr eigenes Spiel.
Die Leinen sangen schief im Sturmgebraus,
wir grinsten nur und hielten's locker aus.

Die poetische Fußnote entstand mit einer Prise Inspiration von der SILENCIO (merci an unsere Nachbarn auf dem Wasser).


Bleibt weiterhin neugierig und gespannt!

Schließlich sind wir ja auf dem Wasser und da gilt:
Man lebt nur einmal – YOLO! 😎⚓️

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